ein Portrait einer Frau sietenrichtig und seitenverkehrt nebeneinander

Total unfotogen!!! Oder doch fotogen!?

Das Märchen vom unfotogenen Gesicht

Und was wirklich dahinter steckt

Ich bin jetzt seit 37 Jahren Berufsfotografin. In dieser Zeit habe ich 3 Sprüche schon fast öfter gehört als „Guten Tag“…

  • Ich bin nicht fotogen!
  • Das wird sowieso nichts!
  • Ich habe noch nie ein gutes Foto von mir gehabt!

Meistens höre ich das schon in unserem ersten Telefonat. Es wird oft ganz entschuldigend erwähnt, direkt nach einem tiefen Seufzer.

Unfotogen ist kein Schicksal

Es ist oft nur das Ergebnis von schlechtem Licht, dem falschen Augenblick und eine ordentliche Portion psychologischer Stolpersteine.

Die Sache mit dem Spiegel: Warum wir uns selbst ausweichen

Haben Sie sich heute Morgen im Spiegel wirklich einmal angesehen? Ich meine nicht den kurzen Check, ob die Zähne sauber sind oder die Krawatte sitzt. Ich meine… Haben Sie sich mal für fünf Minuten selbst tief in die Augen geschaut?

Seit Sie ein kleines Kind sind, sehen Sie sich jeden Morgen seitenverkehrt. Was Sie kennen, ist Ihr Spiegelbild. Ihr Gehirn hat sich an die Version gewöhnt. Und moderne Smartphones verstärken das Problem: Die meisten Selfie-Kameras zeigen Ihnen genau das, was Sie gewohnt sind… ein seitenverkehrtes Bild. Wenn ich Sie dann professionell fotografiere, zeigt das Bild auf dem Monitor Sie so, wie die Welt Sie sieht: richtig herum.

Für Ihr Gehirn ist das ein Schock. Es sagt: „Da stimmt etwas nicht!“ Das bin ich nicht!“ Sie fühlen sich unwohl, nicht weil die Fotos schlecht sind, sondern weil es die Wahrheit zeigt, während Sie die Spiegel-Lüge gewöhnt sind. Sie haben keinen Schuld daran, dass Sie sich auf Fotos „fremd“ vorkommen.

Die Architektur des Lichtes

Wir verlassen uns nicht auf „vielleicht“. Wir finden jede Schokoladenseite.

Seien Sie nicht überrascht, wenn wir Ihr bestes „Ich“ auf der Seite finden, an die Sie bisher nicht gedacht haben.

Und so funktioniert es

Der Ausgleich: Jedes Gesicht hat eine schmalere und eine breitere Seite. Wenn wir die schmale Seite ins helle Licht rücken, wirkt sie präsenter. Bringen wir die breitere Seite zur Kamera, wird sie betont. Mein Job ist es, diese Nuancen so auszubalancieren, dass Ihr Gesicht ebenmäßig, wach und souverän wirkt.


Die Augen-Analyse: Haben Sie schon mal bemerkt, dass Ihre Augen unterschiedlich groß sind und Ihre Lider anders ausfallen? Das ist kein Makel, dass sind Sie. Ich berücksichtige diese feinen Unterschiede.

Das „Elvis“-Phänomen: Fast jeder Mensch hat eine asymetrische Gesichtsmuskulatur. Das führt oft zum berühmten „Elvis“-Lächeln… eine Mundseite zieht schneller hoch als die andere.

Jetzt wird es spannend: Wussten Sie, dass Sie eigentlich zwei Gesichter haben? Wenn man Ihr Gesicht genau in der Mitte teilen würde, würden Sie sehen: Die beiden Hälften passen sie oft gar nicht richtig zusammen.

Die eine Seite ist eher rund und weich, während die andere eckig und markant sein kann. Das ist völlig normal. Wir sind keine am Rechner entworfene Grafiken, wir sind Menschen. In der Mitte treffen diese zwei Welten aufeinander, aber sie sind selten symmetrisch.

Und jetzt komme ich dazu: Die Lösung

Vielleicht denken Sie jetzt: „Na toll, ich habe zwei verschiedene Gesichtshälften, ein schiefes Lächeln und ungleiche Augen – das wird ja immer besser! Ich habe doch gesagt, dass das nichts wird!“

Ganz im Gegenteil. Das ist der Moment, in dem wir das Märchen vom „unfotogenen“ Menschen beerdigen. Denn genau diese Asymmetrien sind es, die Ihr Gesicht lebendig und interessant machen. Das ist Ihre persönliche Note.

Die „richtige“ Seite: Wir finden heraus, welche Ihrer beiden Gesichtshälften Ihre Geschichte besser erzählt. Die markante Seite für mehr Autorität? Oder die weichere Seite für mehr Nahbarkeit? Wir entscheiden das gemeinsam am Monitor.

Perspektive schlägt Anatomie: Wussten Sie, dass kaum eine Nasenwurzel symmetrisch ist und die Ohren nicht exakt auf gleicher Höhe sitzen? Deshalb sitzt die Brille schief. Ich sehe das, bevor ich auf den Auslöser drücke. Durch den richtige Winkel und die Pose gleichen wir das aus, ohne dass Sie sich verstellt fühlen.

Status statt „Bitte recht freundlich“: Wir suchen nicht nach dem „niedlichen“ Grinsen. Wir finden den richtige Ausdruck, der Souveränität und Selbstbewusstsein ausstrahlt… Ihre „Muchness“.

Die Spiegel-Lüge und das „Mehr-Ich“ Prinzip

Mit dem Konzept „Mehr Ich“ beenden Sie das Versteckspiel. Sie kaufen keine verschönerte Version Ihrer selbst, sondern Ihre unübersehbare Präsenz.

In 37 Jahren als professionelle Portraitfotografin und Meisterin im Fotografenhandwerk seit fast 3 Dekaden habe ich gelernt: Wer sich selbst endlich angstfrei in die Augen schauen kann, strahlt Souveränität aus, die keine Worte braucht. Das ist die Identität, die wir gemeinsam sichtbar machen.

Sind Sie bereit, die Spiegel-Lüge hinter sich zu lassen?

zuletzt aktualisiert am 04.01.2026