Portraitfoto Petra Coddington in Jeansjacke Fotografin Dortmund Fotoshooting

Total unfotogen!!! Oder doch nicht!?

Unfotogen ‚ neeee… SEITENVERKEHRT

ein Portrait einer Frau der Fotografin petra Coddington seitenrichtig und seitenverkehrt nebeneinander zum Thema unfotogen

Den ursprünglichen Blogtext zu „Unfotogen“habe ich in 2017 veröffentlicht.

Und obwohl immer mehr Menschen wissen, das Retusche alles kann (oder auch nicht Hahhaha) sind sie immer noch davon überzeugt, dass sie nicht fotogen sind.

Die Menschen in Deutschland machen täglich mehrere Millionen Fotos mit Handy’s, Smartphone und „echten“ Kameras.

Darunter viele Selfie.

In die Smartphones sind mittlerweile Programme und Filter eingebaut, die die Selfies automatisch umdrehen… also seitenverkehrt anzeigen. Das empfinden Menschen als schön.

Das heißt, Menschen empfinden Sich dann schöner. Warum? Weil es vetrauter ist.

Dinge die nicht vertraut erscheinen, machen Menschen Angst oder zumindest geben sie ihnen ein Gefühl das unsicher macht.

Und dann immer diese „das ist meine Schokoladenseite“-Bilder. Ist ihnen noch nie aufgefallen, das das etwas mit Licht zu tun hat? Das kann nämlich aus der richtigen Richtung und aus der falschen Richtung kommen.

Das ist übrigens auch im privaten Bereich so ein „Problem“.

Wir sind es gewohnt uns morgens in einem Spiegel anzuschauen. Der kann im Schlafzimmer stehen, im Flur oder im Badezimmer.

Ich weiß ja nicht, wie ihr Badezimmer so ausgeleuchtet ist. In meinem gibt es ein Fenster und eine Lampe, die oberhalb des Spiegelschranks angebracht ist. Diese leuchte auf mich herunter, also Licht von oben und von der rechten Seite.

Das ist alles andere als gleichmäßig. Das ist für mich und mein Leben aber nicht wichtig. Und ich habe mich auch daran gewöhnt.

Dieses Licht betont eine Seite stärker als die andere und das ist bei unseren unsymetrischen Gesichtern dann nicht so wirklich das „Richtige“.

Wenn also eine Seite stärker ausgebleuchtet ist als die andere und zwar die falschen Seite und wir uns daran gewöhnt haben, kommt uns das dann sehr vertraut vor. Das scheint dann eben so zu sein.

Wenn ich meine Auftraggeber dann mit einem anderen Licht ausleuchte und sie die Bilder hier in der 1. Ansicht, direkt nach dem Termin, sehen, ist es doch wohl klar, dass das nicht das Bild ist, das sie von sich kennen, does it?

Licht für Bewerbungsfotos & Businessportraits

Wenn ich das Licht für Bewerbungsfotos und Businessportraits richtig setzten möchte, muss ich also sehen, welches das richtige Licht für diesen einen Kopf ist.

Das kann sein… von vorne, von links oder von rechts. Ich schaue mir also das Gesicht in jeder dieser 3 Möglichkeiten an und entscheide, welches das „richtige“ Licht ist.

Wenn die schmale Seite vorne, in Richtung Kamera liegt, wirkt sie breiter. Sollte sie dann auch noch das meiste Licht bekommen, wirkt sie noch breiter und wird betont.

Zeigt aber die breitere Gesichtshälfte in Richtung Kamera, wirkt sie noch breiter und die schmale noch schmaler.

Hört sich ganz einfach an, oder?

Tja, im Prinzip ist es auch ganz einfach. Aber jetzt kommt der Clou. Die Augen sind unterschiedlich lang, breit, geöffnet und haben unterschiedliche Augenlid-Formen. Auch das muss berücksichtigt werden. Das sehen Sie ja auch an meinem Abbild ganz oben.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht…

… dass, wenn die Gesichtshälften unsymetrisch aussehen, auch die Muskulatur unterschiedlich ist?

Das gibt ganz oft ein „Elvis“-Lächeln. Bei einem leichten Lächeln geht die eine Mundseite eher hoch als die andere. Erst wenn Sie volle Pulle lachen, ist der Mund wieder gleichmäßig.

Die meisten wollen aber nicht volle Pulle lachen. Das macht manchmal einfach zu niedliche und damit bekommen Sie keine Führungsposition. Sie müssen sich da schon richtig verkaufen.

Bewerbungsfoto Mann mit Brille lächelnd unfotogen fotogen Fotoshooting Fotograf Dortmund

Oft sind bei einem zu starken Lächeln auch die Zähne zu sehen. Das wiederum wollen viele auch nicht, denn nicht jeder empfindet seine Zähne als „schön“. Mal wieder so ein „ich-habe-keine-weißen-Zähne-wie-ein-Model“-Ding.

Sogar Menschen mit wunderschönen Zähnen… gleichmäßig geformt, nicht schief, schöner Farbton, wollen meist nicht wirklich Lächeln/Lachen, weil… Sie empfinden ihre Zähne als „zu groß“.

Zu dem Thema könnte ich ihnen Geschichten erzählen… da säßen wir in 14 Tagen noch hier. da haben sich hier schon Dramen zu abgespielt… mit „ich bin so häßlich“ und Schluchzern wie aus einem Schnulzenroman. Das ist eine wunderschöne Frau. Die Jungs aus dem Laden nebenan waren ganz hin und weg als sie sis sahen. Aber nein, die Zähne sind zu groß.

Ich finde ja Menschen mit großen Scheidezähnen sind erfolgreich, weil sie so ein betörendes Lächeln haben… wegen der Zähne.

Frisur und Ohren

Dazu nur Stichwörter, sonst brauchen Sie 2 Stunden bis Sie alles gelesen haben. Hahaha

Lang, kurz, symetrischer Schnitt, unsymetrischer Schnitt. Viele Haare, wenige Haare. Dicke oder dünne Haare. Vetraute Frisur oder ganz neue Frisur.

Getönt oder gefärbt. Haaransatz zu sehen „Können Sie den am Rechner nachfärben“?

Bei Termin vor 5 Jahren noch volles Haar gehabt… beim termin letzte Woche dann doch eher etwas „schütter“. Oder der Haaransatz ist jetzt etwas weiter oben.

Ohren… unterschiedlich hoch am Kopf, eins steht weiter ab als das andere, eins verbeult die Frisur oder steht sogar heraus, wie ein Elfenohr. Stehohren. Gepiercte Ohren.

Bringen Sie das mal unter einen Hut…

…Licht, Pose, Hintergrund, Unsymetrie, Frisur, Ohren, Richtung, Lächeln, Styling/Make-up und die Psyche ihres Auftraggebers. Und last but not least „der richtige Augenblick“. Und wenn dann alles stimmt… schwupps… schon ist keiner mehr „unfotogen“.

Da stellt sich wie immer heraus, Übung macht die Meisterin. Letztendlich geht es um Erfahrung. Nicht nur mit der Fotografie an sich, sondern auch mit den Menschen.

Bewerbungsfotos und Businessportraits empfinden Menschen als sehr wichtig. Manche sogar als Lebenswichtig. Das stimmt auch irgendwie. Denn… die Gesellschaft sieht nur oberflächlig hin.

Die meisten meiner Auftraggeberinnen und Auftraggeber und ich sind aber nicht so. Wir wollen den Menschen sehen. Und doch müssen wir uns am Ende, zumindest ein wenig, anpassen.

Gegen den Strom schwimmen möchten viele, aber nur wenige schaffen es.

„Unfotogen“ ist also nicht nur Technik, sondern (auch) Psyche.
Bewerbungsfoto junge Frau vor rotem Hintergrund unfotogen Dortmund Fotograf Fotoshooting
Bei diesem Bild stimmt angeblich gar nichts Hahaha… Rote Bluse auf rotem Hintergrund = zu auffällig!? Verschränkte Arme = Ablehnung!? Wind in den Haaren = Was soll das!? Die Auftraggeberin fand das Bild so klasse, dass Sie es mir für meine Eigenwerbung zur Verfügung gestellt hat. So ein Bewerbungsfoto interlässt einen bleibenden Eindruck und sie, die Auftraggeberin ist ja wohl alles andere als Unfotogen, oder?

Hier der ursprüngliche Text zu „Unfotogen“

Mein allerallerallerliebster Spruch und wahrscheinlich auch der Lieblinsgspruch aller Berufsfotografen weltweit, das Ding mit dem „unfotogen“sein…

“Ich bin nicht fotogen, ich habe noch nie schöne Fotos von mir gehabt, das wird ja sowieso nichts.”

Sehen Sie sich mein Gesicht doch einfach mal an… da fällt sofort auf, dass es überhaupt nicht symetrisch ist. Und das ist bei fast allen Menschen so und das ist auch das, was uns sympatisch macht… Unsere Unvollkommenheit. Denn… Vollkommenheit macht anderen Menschen Angst! Und außerdem… nur ich kenne mich nicht von vorne… alle anderen 7 Milliarden Menschen schon 😉

Wussten Sie eigentlich schon…?

Es gibt gar keine Menschen die unfotogen sind!

“Das bin doch nicht ich!!!”

Doch, das sind Sie… aber SEITENVERKEHRT. Ist ihnen noch nie der Gedanke gekommen, dass Sie sich im Spiegel seitenverkehrt sehen?

“Jetzt, wo Sie es sagen. Da habe ich noch nie drüber nachgedacht!”

Außerdem sind ALLE zu…

klein

alt

hässlich

fett

faltig

“Aber… ich sehe ja nicht aus wie ein Model”.

Ach!? Seit wann sieht ein Modell im normalen Leben wie ein Model aus? Sie sind bestimmt schon tausend Mal an einem Modell vorbei gelaufen und haben es gar nicht gemerkt.


Ich habe einmal bei einer Kundin, die dachte sie sei zu klein, per Computer in 20 Sekunden die Beine verlängert. Sie sah mich total geschockt an und sagte nur:

„WAAAAS… Models müssen gar nicht echt sein!?“

Danach war sie „geheilt“. Und nicht nur das. Als ich fragt, ob sie mir Model stehen wolle… war sie total begeistert und wir haben stundenlang Fotos gemacht. Tja, so kann es gehen, wenn man die richtige Fotografin für sich gefunden hat.


Übrigens… das Wort “Fotografie” stammt aus dem Griechischen und heißt soviel wie “mit Licht malen”.

Das soll dann wohl heißen… wenn ein “Lichtmaler” mit Licht malen kann, gibt es anscheinend doch die Hoffnung, dass es für JEDE/JEDEN das richtige Licht und die richtige “Lichtmalerin” gibt, what?

Liebe Grüße und einen fotogenen Tag!

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